Wahlversammlung-Kandidatenvorstellung Freie Wähler Kastl  


Kastl (gs). Die Freien Wähler Kastl (FW) präsentierten am Donnerstagabend im Spirkl-Saal ihre Kandidaten für die bevorstehende Kommunalwahl. Rund 120 Gäste nutzten die Gelegenheit, um die Bewerber kennenzulernen. Immer wieder war zu hören: „Wir wollen Verantwortung übernehmen, uns einbringen und mitgestalten.“ Unter dem Motto „Gemeinde. Gemeinschaft. Gemeinsam. Voran.“ gestalteten die FW die Veranstaltung als politische Talkshow in Interviewform – kurzweilig, informativ und erfrischend, so das Feedback vieler Besucher. Moderiert wurde der Abend von Gemeinderat Michael „Mitch“ Rasp und Kandidatin Maria Schallmoser, die mit Humor und kritischem Blick durch die Gespräche führten. Dabei wurden aktuelle Themen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Fragen aus Kastl diskutiert. Die Kandidaten konnten so ihre Schwerpunkte und Kompetenzen öffentlich vorstellen. 

Kandidaten und Ersatzleute: 

  1. Martin „Zwisi“ Zwislsperger (54), 2. Bürgermeister, Gemeinderat, Bauingenieur, Vertriebsleiter bei einem Dachziegelhersteller, Theaterspieler und Segler ist seit Jahren in der Gemeinde aktiv und bringt einiges in Bewegung, will Bürgermeister werden. Zwisi hat eine humanistische Ausbildung in einem Burghauser Internat erhalten. Er sagt von sich, er ist sehr loyal, wolle aber auch kritisch denken, ethisch handeln sowie eigenverantwortlich urteilen. Beruflich ist Martin Zwislsperger in den letzen 30 Jahren durch „Höhen und Tiefen“ gegangen, sagt er. Beispiel: Um sein Studium zu finanzieren hat er sich als Bedienung am Oktoberfest „durchgebissen“. Von Bürgermeister Gottfried Mitterer hat er in den vergangenen Jahren gelernt, wie man sich in der Gemeinde um die kleinen und großen Belange kümmert. Er skizzierte die zukünftigen Herausforderungen: Die kommunale Wärmeplanung werde angegangen. Die Infrastruktur (Schule, Kindergarten/Krippe, Straßennetz, Wasserversorgung und Kanal) werden erhalten und weiterentwickelt werden. Für ältere Menschen sollen zielgerichtete Angebote geschaffen werden, um ein gutes Leben in der Gemeinde zu ermöglichen. Zu „Wohnen und Gewerbe“ sagte Zwislsperger, dass auch in Zukunft aus organischem Wachstum heraus neue Baugebiete entwickelt werden sollen. Die Gemeinde solle möglichst schuldenfrei gehalten werden.Falls Zwisi Bürgermeister wird (was sehr wahrscheinlich ist), will er eine Klausustagung mit allen Gemeinderäten veranstalten und die gemeinsamen Ziele für die Gemeinde herausarbeiten.  
  2. Johannes „Göppi“ Göppinger (39), Gemeinderat, Dultreferent und Schützenmeister will die kommende Periode aktiv mitgestalten, ist bestens vernetzt und zusammen mit Zwislsperger eine der treibenden Personen für die Entwicklung von Kastl. Auf seine „Kappe“ geht die Kastler Dult, die Reaktivierung des Schützenvereins sowie andere gesellschaftliche Unternehmungen. Der Betriebsleiter einer international tätgen Holzbaufirma aus dem Landkreis hat einige Ideen, die Gemeinde weiterzuentwickeln. Seine Devise ist „wennst ein paar Leute zambringst, entsteht was Schönes“. Der Vater-Kind-Stammtisch, der Sport und die Vereine sind bilden Schnittmengen vieler Kandidaten, aus denen in den vergangenen Jahren eine besondere Symbiose entstanden ist. Aktuell hat er zusammen mit „ein paar Leuten“ spontan die Eisarena Kastl geschaffen, in der die letzten Wochen Schlittschuh gelaufen und Eisstock geschossen wurde und die Schule Sportunterricht gehalten hat. Göppi ist bestend vernetzt und bildet mit dem ebenfalls tief integrierten Martin Zwislsperger eine kongeniale Achse in der Kastler Gesellschaft.    
  3. Barbara Leiß-Huber (43), Gemeinderätin seit 18 Jahren, Krankenschwester, gilt als „alter Hase“ unter den kandidaten. Die Tochter von Bürgermeister Gottfried Mitterer ist Krankenschwester und hat zwei Kinder. Sie weiß, was es bedeutet, die Anforderungen aus Familie und Beruf gleichermaßen zu erfüllen. Zudem hat sie Erfahrungen als Elternbeirätin und aus caritativen Vereinen und Verbänden, die sie weiterhin für ein familienfreundliches Kastl einbringen will. 
  4. Michael „Mitch“ Rasp (40), Gemeinderat, selbstständiger Finanzberater, Ehrenamtspreisträger, Vorstand der JVG Ötting/Inn e.V. führenden Ausbildungsstätten für Fußballnachwuchs im Landkreis Altötting, in der über 200 Kinder und Jugendliche Trainiert werden. Rasp ist seit sechs Jahren Gemeinderat und hat in dieser Zeit vielschichtige Aktionen im Bereich Sport initiert und begleitet. Mitch Rasp will weiterhin als Initiator für Jugend, Familie und Sport wirken. Er sagt, in der Jugendarbeit ist sein Ziel, die Menschen so anzuleiten, dass sie Verantwortung übernehmen können. 
  5. Adrian Wolfswinkler (35), Gemeinderat, Umweltreferenet, engagiert sich im HumusKlimaNetz, Vollerwerbslandwirt in Oberöd (Gemarkung Oberkastl), Landwirtschaftsmeister und Metallbauer, vertritt den Berufsstand des Landwirts. Er lebt und arbeitet an der Schnittstelle Land – Dorf und zur Nachbargemeinde Unterneukirchen. Er will den interkommunalen Austausch fördern. Adrian Wolfswinkler ist wegen Pfarreizugehörigkeit und Schulsprengel sehr eng an Unterneukirchen angebunden. Aber, so Wolfswinkler, dies ist gut so und fördert das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit. Im Gemeinderat ist er Ratgeber für alle Fragen um die Landwirtschaft und Fachmann für die Feuerwehr-Themen.  
  6. Maria Schallmoser (42), Bankangestellte für Firmenkunden, „Zugezogene“ aus Niederbayern, hat sich schnell wohlgefühlt und möchte diese Erfahrung im Gemeinderat einbringen. Sie will nichts von „Frauenquote“ wissen,  was zählt, ist die Kompetenz. Ihre Kompetenz aus dem Finanz- und Rechnungswesen wäre ihr Beitrag, Kastl als liebenswerte Gemeinde weiterentwickeln. Im Übringen haben die FW drei tolle Frauen auf der Liste, so Maria Schallmoser 
  7. Dr. med. Josef Höllthaler (43), Mediziner für Diagnostische Radiologie und Nuklearmedizin erlebt Kastl als dynamische Gemeinde mit gesundem und nachhaltigem Wachstum. Er setzt sich dafür ein, dass die Qualität im Kontext des ländlichen Raums mit dem Dorf erhalten und weiterentwickelt wird. Der Mediziner arbeitete in Erlangen, Regensburg und nun in Altötting. Zurück nach Kastl kam der gebürtige Landwirtssohn, weil sich in dieser liebenswerten Gemeinde eine Chance zum Herzug in die Heimat auftat. Er sagt „ohne richtige Diagnose gibt es keine richtige Therapie“. Ein strukturierte und pragmatische Bearbeitung der kommunalen Herausforderungen ist ein Beitrag um „Kastl ist Heimat“ zu erhalten. 
  8. Josef Ostermaier (52), geschäftsführender Gesellschafter eines Dienstleistungsunternehmens für Land und Umwelt. Josef Ostermaier brachte auf den Punkt, was Gemeinschaft und Gesellschaft ausmacht: „Beim Vater-Kind-Zeltlager habe ich viele Leute kennengelernt und daraus ist ein Engagement für die Dorfgemeinschaft entstanden, die in der positive Zusammenhalt insbesondere bei der Kastler Dult mündete und weit über die Grenze Kastls hinaus beeindruckte.“  Ostermaier will sich dafür einsetzen, das wertschätzende Umfeld, den Teamgeist und die Verantwortung mit der offenen Kommunikationskultur in der Gemeinde zu erhalten und das Ganze wie eine solide Firma weiterführen. 
  9. Frank Brehm (50), Inhaber und Geschäftsführer eines Isolierungsbetriebs im Gewerbegebiete Kastl Ost, will sich für die positive Entwicklung der Kastler Unternehmen einsetzen. Er sieht als seine Kompetenzfelder die Herausforderungen des Klimawandels und der damit einhergehenden Anforderungen an die Gewerbebetriebe und die Kommune. Der früher international erfolgreicher Sportler ist Stolz darauf, in Kastl mitgestalten zu können. Der Vater-Kind-Stammtisch und das TSV-Sportangebot haben einen Zusammenhalt gebracht, die es als gesellschaftliche Treiber zu erhalten gilt, so Frank Brehm. 
  10. Lisa Reinhard (35), Erzieherin (im Kiga Kastl), Fußballtrainerin, Mutter von zwei Kindern. Sie sagt „Kastl ist Heimat“. Sie kennt die Anforderungen an die jungen Familien aus täglicher Erfahrung. Sie wäre gerne im Gemeinderat der direkte Draht zu diesem Themen. 
  11. Tobias Urban (32), Bereichsleiter Notaufnahme KKH Mühldorf, langjähriger Fußballer der ersten Mannschaft, TSV-Funktionär und bekennender 60er-Fan. Er hat eine Faible für Gesundheit und Erste Hilfe. Urban hat Führungsfunktion und ist daher im operativen und administrativen Bereich des Gesundheitswesens sehr kundig. Diese Kompetenzen und seine intensive Verbundenheit mit der Gemeinde will er in die Gemeinderatsarbeit einbringen.   
  12. Patrick Bruza (52), Leiter Qualitätssicherung im Werk Gendorf, ist zweiter Vorstand des Schützenvereins, im Sportverein aktiv und setzt sich für pragmatische Lösungen zum gesellschaftlichen Miteinander ein. Der international erfahrene Manager sagt: „Wenn man mag, ist man in Kastl willommen,“ Er spielt dabei auf die Zusammenarbeit des ehrenamtlichen Teams an, das die Umgestaltung der ehemaligen Tennisgeländes bearbeitet und die Bestrebungen zur 200-Jahr-Feier des Schützenvereins und der KSK. Diese Kooeperationen sind auf bürgerlichem Engagement entstanden. 
  13. Florian Keck (43), Maschinenbautechniker bei Linde. Der gebürtige Erlbacher sagte, in Kastl werden die Bürger angehört und das solle so bleiben. Er meinte damit konkret, dass Wohnraumgeschaffen werde und insbesondere das Engagement vieler einzelner Bürger und der Gemeinde der Wohnwert gesteigert werde. Keck ist seit Jahren im Sportverein aktiv, gestaltet Beiträge zum Ferienprogramm mit und hat sich in die Wiederbelebung des Schützenvereins eingebracht. 
  14. Konrad Starnecker (62), Rentner. Er sagt, als Rentner und langjähriges Vorstandsmitglied in der Arbeiterwohlfahrt Kastl möchte er sich einbringen, um die Wohnqualität der Gemeinde zu erhalten. Insbesondere die Arbeit für die älteren Menschen sieht er als seinen Schwerpunkt. 
  15. Ersatzkandidaten: Im Falle eines Ausfalls eines der gesetzten Kandidaten wären Andreas Maurer (29) und Rupert Gröbner (42) an der Reihe. Andreas Maurer ist Maschinenbautechniker und Geschäftsführer von Bavariaplan.  
  16. Rupert Gröbner: war international tätig, ist Betriebswirt und Spezialist für Energiethemen. Diese Kompetenz und seine Erfahrung aus seiner Herkunft aus der Landwirtschaft sieht er als gute Sache für Kastl. 

Bürgermeister Gottfried Mitterer blickte in seinem Grußwort auf 18 Jahre engagierte Arbeit zurück und betonte die erfolgreiche Entwicklung Kastls als Gemeinschaftsleistung. Er sagte „wir haben vor 18 Jahren mit einem hochmotivierten Team in einer intakten Gemeinde begonnen.“ Es habe dann aber Reibereien gegeben, die Nerven gekostet hätten. Stichwort Turnhalle: „Man sagte mir, ´tritt als Bürgermeister zurück´, dann kommt die Turnhalle…“ so Mitterer. Aber diese Zeit ist überwunden und die Entwicklung von Kastl ist jetzt eine Erfolgsgeschichte. Das sei der Verdienst der intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten, so Bürgermeister Mitterer. Er könne eine intakte Gemeinde an seinen Nachfolger übergeben, so wie er vor 18 Jahren diese von Altbürgermeister Sebastian Haider übernommen habe. 

Die Wahlveranstaltung wurde von Gemeinderat Helmut Häring eröffnet, gefolgt von einem Bericht zu Kreisthemen durch Dieter Wüst. Altbürgermeister Sebastian Haider und ehemalige Gemeinderäte der FW waren ebenfalls anwesend.